Standardisierte Probengläser, ein Schöpfbecher an einer Teleskopstange, ein Thermometer, ein Stift, ein Handy … Diese Ausrüstung brauchten die Unterstützer*innen beim Auftakt zur Mikroplastik-Beprobung der Neisse in der zurückliegenden Woche. Zu ihnen gehörten Kolleg*innen der Stadtwerke Görlitz und Schüler*innen von zwei 9. Klassen des Joliot-Curie-Gymnasiums in Görlitz.
Die Aktion war Teil von NEISSE TOTAL - einem Leuchtturmprojekt für den Gewässerschutz, das von der Veolia Stiftung und der Veolia Foundation gefördert wird. Das Forschungsvorhaben der gemeinnützigen Wasser 3.0 gGmbH kombiniert erstmals KI mit grenzüberschreitender Bürgerwissenschaft, um die Mikroplastikbelastung der Neiße vollständig zu kartieren.
Ein Paradigmenwechsel in der Gewässerüberwachung
NEISSE TOTAL setzt neue Maßstäbe in der Effizienz der Gewässerüberwachung. Was bisher mit hohem Aufwand verbunden war, wird durch die innovative KI-gestützte Fluoreszenz-Analytik von Wasser 3.0 auf wenige Tage verkürzt. Dies ermöglicht die weltweit erste Gesamtkartierung eines grenzüberschreitenden Flusses und liefert wissenschaftlich validierte Grundlagen für evidenzbasierte Umweltpolitik.
- Zeitersparnis durch KI-gestützte Analytik
- deutliche Kostenreduktion im Vergleich zu konventionellen Methoden
- Wissenschaftlich validierte Grundlage für Regulierungsentscheidungen
Bürgerwissenschaft trifft Hochtechnologie
NEISSE TOTAL ist ein herausragendes Beispiel für die Verbindung von Innovation und gesellschaftlichem Engagement. Bürgerinnen und Bürger, Schulen und NGOs aus drei Ländern sind aktiv in die Beprobung von bis zu 80 Messpunkten entlang der Neiße eingebunden, die Mitte April 2026 weitergeführt wird. Ziel ist es, bis zu 5.000 Menschen für den aktiven Gewässerschutz zu sensibilisieren. Die Ergebnisse fließen in die Entwicklung europäischer Standards für die Gewässerüberwachung ein, wobei die entwickelten KI-Modelle als Open Source zur Verfügung gestellt werden.